Bedeutung des Infektionsschutzes für den Ersthelfer

Zuletzt in den 1980er Jahren war das Thema Infektionsschutz in der Ersten Hilfe so dringend, wie heute. Damals bestand die Gefahr für Ersthelfer, sich bei Blutkontakt mit dem HI-Virus (Erreger von AIDS) zu infizieren. Die Krankheit AIDS stellt bis heute ein nicht zu unterschätzendes, vielfach aber unterschätztes, Risiko dar, außerdem gibt es noch die Krankheiten der infektiösen Gelbsucht (Hepatitis A, B, C und E). Seit damals sind Einmalhandschuhe, die sogenannten AIDS-Handschuhe, in jedem Verbandkasten Pflicht.

Abb. 1: Beispielbild blutübertragbare Krankheiten
Abb. 1: Blutende Kopfverletzung, aus Fernsehserie Der Alte, Folge Doppelleben (ZDF, 2009)

An alles denken!

Auch Fachleute lassen sich häufig vom ersten Eindruck in eine bestimmte Richtung lenken. Gefährlich wird es für Verunglückten und Helfer, wenn die Richtung nicht stimmt! Die Person in Abb. 1 könnte einen Abhang herabgestoßen worden sein, aber gleichzeitig mit Hepatitis B infiziert sein. Oder sie ist alkoholisiert gestürzt und schläft nun mit der Kopfplatzwunde ihren Rausch aus oder sie hat einen Hirnblutung nach einem Schlag auf den Kopf oder oder oder…

Schwebt die Person in Lebensgefahr? Das finden wir nur heraus, wenn wir mit ihr in Kontakt treten. Wie reagiert sie auf laute Ansprache? Öffnet sie die Augen?

Besteht Gefahr für den Helfer?