Erste Hilfe und Corona

Sicher helfen mit Infektionsschutz

Wir erleben in Deutschland gerade einen Anstieg der Infektionen mit SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome, Corona Virus Typ 2) die zur Erkrankung „COVID-19“ (Corona Virus Disease, die Zahl „19“ steht für das Jahr des ersten Auftretens) führen können. Es gibt auch einen großen Teil asymptomatischer Verläufe, also Menschen, die zwar infiziert sind, jedoch kein Krankheitsgefühl verspüren. Diese asymptomatischen Infizierten haben auf der einen Seite Glück, da durch die durchgemachte Infektion zumindest eine teilweise Immunität (Schutz vor erneuter Infektion) erreicht wird. Auf der anderen Seite ist nicht auszuschließen, dass auch asymptomatische Personen das Virus ausscheiden damit verbreiten können. Diese Ansteckungsgefahr beim scheinbar Gesunden betrifft alle Menschen gleichermaßen, auch Ersthelfer.

Für den Ersthelfer sind jedoch vor allem die symptomatischen SARS-CoV-2-Träger von Bedeutung, da anzunehmen ist, dass die ausgeschiedene Virusmenge (und damit die Infektionsgefahr) mit Stärker der Symptome zunimmt. Weitere Informationen zur Infektionsgefahr bei der Ersten Hilfe.

Infektionswege für das neuartige Corona-Virus und andere Krankheitserreger

An die Situation, die mit der Corona-Pandemie Anfang 2020 begonnen hat, müssen wir alle uns erst gewöhnen. Was den Infektionsschutz in der Ersten Hilfe betrifft, müssen wir allerdings feststellen, dass Corona keine neue Herausforderung ist. Eigentlich hätten die Schutzmaßnahmen für Ersthelfer schon immer gelten müssen, da es auch früher bereits gefährliche übertragbare Krankheiten gegeben hat, teilweise sind diese Erkrankungen ansteckender und gefährlicher, als COVID-19 (durch SARS-CoV-2 ausgelöste Infektionskrankheit). Die letzte bedeutende Änderung bei Erste-Hilfe-Material (Verbandkästen) bezüglich Infektionsschutz war die Einführung der Einmalhandschuhe nach Auftreten des Humanen Immundefizienz-Virus (HIV, „Aids-Handschuhe“). Vielleicht werden als Folge der Corona-Pandemie in Zukunft Schutzmasken und Schutzbrillen Pflicht. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, da diese auch bei Grippe- und Magen-Darm-Infektionswellen nützlich sind. (Für die Notfallmedizin, die über die reine Erste Hilfe hinausgeht, sind u. U. höhere Schutzklassen der Materialien notwendig (FFP3-Maske, Schutzbrille mit indirekter Belüftung, Schutzkittel, Visier)).

Man sollte über allen Neuerungen nicht die grundsätzlich wirksamen Verfahren vergessen, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, wie regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und das konsequente Tragen von Einmalhandschuhen bei der Hilfeleistung.

Auch vor Corona galt in der Laien-Ersten Hilfe, dass auf die Atemspende verzichtet werden kann. Die sog. Telefonreanimation, also die von der Rettungsleitstelle (Notruf 112) am Telefon angeleitete Wiederbelebung, kommt bereits seit Anfang an ohne Atemspende aus. Durch die alleinige Herzdruckmassage wird nicht nur das Infektionsrisiko gesenkt, sondern auch die Akzeptanz für die Wiederbelebung insgesamt erhöht. Die Herzdruckmassage ist „technisch“ einfacher, als die Atemspende und damit wird die Wiederbelebung insgesamt einfacher. Wir wünschen uns, dass die Hilfsbereitschaft in Zeiten von Corona nicht nachlässt und möchten dazu beitragen, die Hilfeleistung noch sicherer zu machen.

Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an, wenn Sie Zweifel oder Anregungen haben. Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!


Verwandte Themen:

Infektionsschutz für Ersthelfer (Bilderstrecke und Videoanleitung)

Infektionsschutzset selber machen

Bestellmöglichkeiten für Infektionsschutzmaterial

Beratung zur Ersten Hilfe