Infektionsschutz für Ersthelfer

Erste Hilfe erfordert Nähe. Nicht nur in Zeiten von Corona (SARS-CoV-2, COVID-19) ist ein guter Infektionsschutz wichtig für den Ersthelfer. Weitere Informationen zur Infektionsgefahr bei der Ersten Hilfe.

Wir zeigen Ihnen im Video und in der folgenden Bilderstrecke, wie Sie sich richtig schützen (An- und Ablegen von persönlicher Schutzausrüstung, auch „Donning“ (An-) und „Doffing“ (Ausziehen) genannt).

Das Infektionsschutzset „Das Ekelpaket PLUS C“, welches auch im Video verwendet wird, enthält alle Teile, die für den Ersthelfer Schutz bieten.

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An- („Donning“) und Ablegen („Doffing“) der Schutzausrüstung für Ersthelfer

Für Ersthelfer ist der richtige Schutz vor Kontamination und Infektion besonders wichtig, da es in den meisten Fällen überraschende Situationen sind mit Hektik, teilweise Panik. Und eben deshalb ist es besonders schwierig, das richtige Material richtig handzuhaben. Wer, außerhalb der notfallmedizinischen Einrichtungen, übt schon regelmäßig das korrekte An- (im Englischen: „Donning“) und Ablegen (im Englischen „Doffing“) von Schutzausrüstung?

Neben dem korrekten Anlegen der Schutzausrüstung ist das Ablegen mindestens genauso wichtig, da es hierbei zur Kontamination, also Übertragung von Erregern auf bis dahin „saubere“ Körperstellen oder Kleidungsstücken kommen kann. Ein Standard-Verfahren ist empfehlenswert, es sind auch nur wenige kritische Punkte zu beachten.

Wichtig ist, eine eventuell vorhandene Schutzbrille immer nach der FFP2-Maske aufzusetzen, da es sonst später beim Ablegen leicht zu Problemen und Kontamination kommen kann.


Anlegen der Schutzausrüstung („Donning“) durch den Ersthelfer

1. Anziehen der Einmalhandschuhe
Schutz vor blutübertragbaren Erkrankungen, da an den Händen häufig und unbemerkt kleine Verletzungen bestehen. Zum Schutz vor Kontaktinfektionen auch mit Handschuhen nicht ins Gesicht fassen.
2. Anlegen der FFP2-Maske
Zum Schutz des Helfers vor Tröpfchen und Aerosolen (Tröpfchen, kleiner als 5 µm). Es gibt Modelle mit Befestigungsbändern als Ohrschlaufen oder mit Bändern zur Befestigung hinter dem Hinterkopf. Fassen Sie die Maske nur mit sauberen Händen (gewaschen oder desinfiziert oder mit sauberen Handschuhen) an.
Nasenbügel gut an den Nasenrücken anpassen, um einen möglichst dichten Sitz der Maske zu erreichen.
3. Aufsetzen der Schutzbrille
Zum Schutz vor Tröpfchen- und Kontaktinfektionen und Sekret- und Blutspritzern ins Auge sollte bei jeder Hilfeleistung eine Schutzbrille getragen werden.
Schutzbrille nach der FFP2-Maske aufsetzen!

Erste Hilfe leisten

4a. Mund-Nasen-Schutz für Verunglückten
Setzen Sie dem Verunglückten einen Mund-Nasen-Schutz auf (oder eine Behelfsmaske) oder legen Sie mindestens ein Tuch über Mund und Nase, um die Menge der ausgeatmeten Partikel zu reduzieren.
4b. Hilfeleistung nach Bedarf
– Lebensbedrohliche Blutungen stoppen!
– Reaktionen prüfen – aus möglichst großer Distanz: lautes Ansprechen.
– Atmung prüfen – aus Distanz: sichtbare Bewegungen des Brustkorbs? Kein Hören oder Fühlen des Atemstroms durch Annäherung an das Gesicht des Verunglückten!
Notruf 112
– Falls keine Atmung oder Atmung nicht normal: sofortiger Beginn mit Herzdruckmassage (2 Herzdruckmassagen pro Sekunde (= 120/Minute) in der Mitte des Brustkorbs, kräftig! Keine Unterbrechungen, außer für Defibrillation. Keine Atemspende! Keine Pulskontrolle!)

Ausziehen der Schutzausrüstung nach der Hilfeleistung („Doffing“)

5. Ausziehen der Einmalhandschuhe
Achten Sie darauf, Kontakt der Außenseite der Handschuhe mit Ihrer sauberen Haut zu vermeiden.
6. Desinfizieren oder waschen der Hände
Verwenden Sie geeignetes Desinfektionsmittel (mindestens „begrenzt viruzid“) oder waschen Sie mindestens 30 Sekunden lang Ihre Hände mit Wasser und Seife.
Der Rettungsdienst stellt Ihnen gerne Desinfektionsmittel zur Verfügung.
7. Absetzen der Schutzbrille
mit sauberen Händen
8. Ablegen der FFP2-Masken
mit sauberen Händen.
Berühren Sie die Außenseite der Maske nicht mit Ihren Händen, da diese mit Erregern kontaminiert (verunreinigt) sein könnte. Fassen Sie die Maske nur an den Befestigungsbändern zum Abnehmen an.
Schließen Sie beim Ablegen der Maske Ihre Augen.
9. Entsorgen Sie alle Materialien über den Restmüll
Materialien, die für die Hilfeleistung verwendet wurden, sind möglichst in einem verschlossenen und dichten Kunststoffbeutel zum Restmüll zu geben. Bedauerlicherweise fällt hier viel Abfall an, die Materialien sind jedoch nicht für das Recycling geeignet. Auch die scheinbar saubere und funktionsfähige Schutzbrille und die FFP2-Maske müssen entsorgt werden, da sie mit Krankheitserregern „unsichtbar“ beaufschlagt sein und damit infektiös sein könnten.
10. Abschließende Händereinigung und Reinigung von körpernahen Gegenständen (Mobiltelefon)
Desinfizieren Sie zum Abschluss die Hände erneut mit einem mindestens begrenzt viruziden Desinfektionsmittel oder waschen Sie sich mindestens 30 Sekunden lang die Hände mit Wasser und Seife.
Desinfizieren Sie Ihr Mobiltelefon mit einem geeigneten Desinfektionsmittel (z. B. den Desinfektionstüchern aus dem Infektionsschutzset „Das Ekelpaket PLUS C“, geeignet für Hände und Flächen) oder reinigen Sie es mit einem haushaltsüblichen Reiniger (z. B. Neutralreiniger, Seifenlauge).

Dokumentieren Sie Ihre Hilfeleistung

Machen Sie sich Notizen über Ort, Zeit, beteiligte Personen und den Sachverhalt, um im Falle einer eigenen Erkrankung (z. B. Infektion) Ansprüche gegenüber der Unfallversicherung geltend machen zu können. Lassen Sie sich vom Rettungsdienst eine Einsatznummer oder von der Polizei ein Aktenzeichen geben, geben Sie Ihre Personalien beim Rettungsdienst und/oder der Polizei an. Die Erfassung von personenbezogenen Angaben der Ersthelfer durch Rettungsdienst bzw. Polizei sollte im Einsatz selbstverständlich sein, allein zur Nachverfolgung von Infektionsketten in der Corona-Krise.


Infektionswege in der Ersten Hilfe

Die intakte Haut bietet weitgehenden Schutz gegen das Eindringen von Krankheitserregern. An stark beanspruchten Stellen vor allem der Hände kommt es häufig zu kleinsten Verletzungen, die unbemerkt Eintrittspforten für blutübertragbare Krankheiten sein können (HIV, Hepatitis B und C). Diesen direkten Blutkontakt können medizinische Einmalhandschuhe zuverlässig verhindern, am besten in Verbindung mit gründlicher Händereinigung (Waschen mit Wasser und Seife oder Händedesinfektion).

Kontaktinfektionen (auch: Schmierinfektionen) passieren, wenn infektiöses Sekret von der eigenen Hand, mit der Hilfe geleistet wurde, ins Auge oder anden Mund oder in die Nase gebracht wird. Wir fassen uns durchschnittlich fünf- bis zehnmal pro Stunde mit den Händen ins Gesicht, besonders die Augen sind eine Schwachstelle in der Abwehr. Eine Schutzbrille bietet wirksamen Schutz vor dem Anfassen der Augen und dem direkten Kontakt mit Tröpfchen, die ein Verunglückter beispielsweise ins Gesicht des Helfers niest oder hustet.

Das Einatmen von erregerhaltigen Tröpfchen (Tröpfcheninfektion) mit der Atemluft erfolgt über Nase, Mund und Rachen bis hinein in die Lungen. Der Mensch verfügt über ein effizientes Abwehrsystem in den Atemwegen, gegen bestimmte Erreger ist jedoch ein Schutz mit medizinischen Masken (FFP2) notwendig.

Infektionswege für das neuartige Corona-Virus und andere Krankheitserreger

Sind alle Aufnahmewege gut geschützt, ist eine Hilfeleistung für Ersthelfer sicher möglich.


Bei Fragen oder Problemen und nach belastenden Ereignissen stehen wir Ihnen gerne rund um die Uhr persönlich zur Verfügung:

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